Jägerlatein - Waidmänner


Die Stammtischbrüder waren fast alle eifrige Waidmänner, die trotz der verschiedenen Berufe viel Zeit für ihre Passion opferten. Die meiste Zeit ließen sie sich aber nach dem Halai-Blasen und marschierten geschlossen zum „Kanune-Kläs“. Einmal hatte man allen Grund, gehörig zu trinken und zu essen. Ein Jagdgenosse, dessen Büchsenlicht schon schwächer geworden war, hatte einen Frischling erlegt. Es handelt sich aber um ein kleines Läuferschwein, das die Stammtischbrüder angepinselt und an einen Baum gebunden hatten.
Am zweiten Tag ihrer Abschlussfeier kamen sie nach ein paar hundert Metern ins nächste Restaurant „Zum Moseltal“. Dort hatte einer der größten Witzbolde wieder eine gute Idee. Er nahm aus einer Schrotpatrone heimlich die Bleikörner heraus. Dann begann er allmählich, sich über die stetig tickende Wanduhr aufzuregen. Als ihm der Geduldfaden riss, schnappte er sich seine Flinte, lud sie und feuerte auf die Uhr. Erstaunt stellte er fest, dass er trotz der kurzen Entfernung die Uhr nicht getroffen habe. Lachend hänselte ihn ein mitjagender Schneidermeister, worauf der Schütze sein Versagen mit einer anderen Ballistik im geschlossenen Raum erklärte. Das ließ dem Schneider keine Ruhe, er lud seine Flinte, riss sie hoch und zielte sorgfältig - und es krachte der Schuss. Die Uhr flog in Fetzen auseinander und unter dem Gelächter aller musste der Schneidermeister tief in die Tasche greifen, um die Uhr zu bezahlen.