Erfrischung

Eines Tages fuhr der Landesherr wieder mit der Kutsche von Trier nach Coblenz. Es war ein herrlicher Sommertag und weil es ihn dürstete, schickte er einen Reiter voraus und ließ die Cochemer bitten, ihm eine Erfrischung bereit zu halten. Eine Erfrischung - dachten die Cochemer - da konnte es sich bei der Hitze nur Wasser handeln. Als getreue Untertanen hielten sie die Feuerspritze bereit, und als der Kurfürst ausstieg, um die Erfrischung in Empfang zu nehmen, da setzten sie den Feuerwehrschlauch auf ihn an und spritzen, was das Zeug hielt.
Der hohe Herr stand entsetzt im Wasserschwall, hob die Hände und winkte mit dem Taschentuch ab. Die Cochemer deuteten das Winken in ihrem Sinne und wähnten, der Kurfürst winke, weil ihm die Erfrischung gefalle. Sie riefen Vivat und pumpten mit verdoppelter Kraft, um den Landesvater abzukühlen. Der wusste sich nicht andres zu helfen, sprang in seinen Wagen und raste aus der Stadt hinaus. Seit der Zeit soll kein Kurfürst mehr die Cochemer um eine Erfrischung gebeten haben.