Behördliche Verfügung

Behördliche Verfügungen werden erlassen, um ausgeführt zu werden, sonst hätten sie ja keinen Sinn. So dachte auch ein Cochemer Bürgermeister. Nach einem ungewöhnlich starken Schneefall schrieb er eine Bekanntmachung, dass Straßen und Gassen sofort von Schnee zu reinigen seien. Er steckte die Verfügung in die Rocktasche, um sie dem Stadtdiener zu geben, damit er sie mit der Stadtschelle bekannt machen solle. Doch er sah ihn nicht auf seinem Weg zum gewohnten Frühschoppen. So blieb der Zettel in der Rocktasche stecken. Nach Wochen fand die Frau des Bürgermeisters ihn beim Frühjahrsputz beim Reinigen des Anzugs und befürchtete Unangenehmes für ihren Mann. Deshalb schickte sie das Blatt zu Stadtdiener, es sofort auszuschellen. Da aber inzwischen Frühjahr geworden war, grinsten die Cochemer über die angeordnete Schneeräumung. Sie hatten jedoch den rechten Humor, wollten ihren Bürgermeister nicht blamieren und wussten sich zu helfen. Da ein Frühlingssturm durch das Städtchen gebraust war und die Kirschbaumblüten geschüttelt hatte, machten sie sich fröhlich lachend mit Besen und Schaufel daran, den Blütenschnee fortzuräumen.