Hühnermist
Ein heute vorbildliches Hotel in Cochem war früher eine kleine gemütliche Kneipe, in der außer den Cochemern auch Bauern von der Höhe verkehrten. Diese kehrten nach Fußmärschen von 5 bis 10 Kilometern nach erfolgten Besorgungen in der Stadt hier ein. Der Wirt war ein großer Schalk, der mit seinen Streichen oft die Gäste unterhielt. Eines Tages lief er mit bedrücktem Gesicht herum. Die Stammgäste, unter denen sich auch einige Bauern befanden, erkundigten sich nach seinem Kummer. Es stellte sich heraus, dass er einen Zentner Hühnermist brauche, ihn aber nirgends finden könne, auch wenn er ihn gut bezahle. Ein Bauer meinte, das sei doch überhaupt kein Problem, morgen werde er ihm einen Zentner herunterbringen. Der Wirt wies nochmals daraufhin, dass es reiner Hühnermist sein müsse, was der Bauer zusagte. Am anderen Morgen schleppte er im Fußmarsch den Sack vor das Restaurant und der Gastwirt bemerkte, ihm falle ein Stein vom Herzen. Er erkundigte sich nochmals, ob es reiner Hühnermist sei, was der Bauer bestätigte. Beiläufig fragte er noch, ob der Bauer auch Hähne habe, was dieser zugab, er habe drei Hähne bei den Hühnern. Da stieß der Wirt einen Schrei aus: „Ich hab es mir gedacht, kein reiner Hühnermist!“ Damit wurde nichts aus dem Geschäft und der Bauer konnte seinen Sack am Moselufer ausschütten.