Blasorchester

Ein Luxemburger Blasorchester beabsichtigte einen Tagesausflug nach Cochem zu machen und fragte bei der Stadtverwaltung an, ob man auf dem Marktplatz ein Blaskonzert veranstalten könne. Die Ratsherren schüttelten die Köpfe und waren ratlos, weil niemand wusste, was ein Blasorchester sei. Aber alle stellten sich etwas mit ungewöhnlichem Luftdruck darunter vor, dem die alten Häuser auf dem Markt nicht standhalten würden.
Doch man wollte die Luxemburger Gäste nicht vor den Kopf stoßen und einigte sich dahin, sie an der Mosel aufzustellen, damit der Luftdruck nach der Conder Seite gehe. Die „Österreicher“, wie die Conder nach österreichischer Einquartierung in napoleonischen Zeiten hießen, bekamen aber jetzt schon Wind von der Sache und erhoben mit allem Nachdruck Protest. Sie erklärten, dass sie von dem „Cochemer Wind“ ohnehin schon genug hätten. So musste man den Luxemburgern mitteilen, dass die Veranstaltung in Cochem leider nicht stattfinden könne. Seitdem soll nie wieder ein Luxemburger Blasorchester beantragt haben, in Cochem ein Konzert zu geben.